Coachingverbände in Deutschland

Verbände sorgen für Qualitätssicherung und schaffen Transparenz für Kunden & Klienten

Coachingverbände in Deutschland setzen Qualitätsstandards für ihre Mitglieder und sorgen somit für eine Qualitätssicherung für Unternehmen und Privatpersonen, die Coaches suchen. Um eine Mitgliedschaft und Zertifizierung zu erhalten, müssen die Coaches bestimmte Zulassungskriterien der Verbände erfüllen. Ob der Coach zertifiziertes Verbandsmitglied ist und damit die Voraussetzungen erfüllt, können Kunden & Klienten bei der Suche prüfen. Zumeist veröffentlicht der Coach seine Mitgliedschaft und Zertifizierung auf seiner Homepage. Coachingverbände

Coaching-Zertifizierungen für Verbandsmitglieder

Grundsätzlich unterscheidet man eine Mitgliedschaft und eine Zertifizierung bei den Coachingverbänden. Um eine Mitgliedschaft zu erhalten, erfüllt der Coach bestimmte Grundvoraussetzungen. Eine Zertifizierung setzt weitere Kriterien voraus, die die Coaches erfüllen müssen. Die etablierten Coachingverbände fordern anspruchsvolle Qualifikationen für die Zertifizierungen wie

  • ein abgeschlossenes Studium,
  • eine fundierte Coaching-Ausbildung sowie
  • mehrere Jahre Berufserfahrung und Referenzen von Klienten.

Innerhalb des Zertifizierungssystems gibt es verschiedene Stufen. Die Bezeichnung „Senior Coach“ oder „Master Coach“ weist auf eine höhere Hierarchiestufe hin. Diese Hierarchiestufen bestätigen die Professionalität der Coaches .

In der folgenden Liste sind neun wichtige Coachingverbände sowie deren Zertifizierungskriterien zusammengefasst. Die Kriterien der gelisteten Verbände sind anspruchsvoll und transparent. Die Verbände führen ungefähr 5.800 Coaches. Das entspricht einem Anteil von 70% der professionellen Coaches in Deutschland.

VerbandZertifizierungskriterienAnzahl zertifizierte Coaches
StudiumCoaching-AusbildungWeitere Kriterien
BDP – Bundesverband Deutscher Psychologinnen und PsychologenAbgeschlossenes Studium der PsychologieAbgeschlossene Ausbildung (210 Stunden)Mehrjährige Berufserfahrung50
BDVT – Berufsverband für Trainer, Berater, CoachsKeine AngabenAbgeschlossene Ausbildung (220 Unterrichtseinheiten)Referenzen von Auftraggebern190
DBVC – Deutscher Bundesverband CoachingAbgeschlossenes StudiumAbgeschlossene Ausbildung5 Jahre, davon 3 als Coach380
DCV – Deutscher Coaching VerbandAbgeschlossenes StudiumAbgeschlossene Ausbildung (200 Stunden)Referenzen von Auftraggebern120
DGSF – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und FamilientherapieAbgeschlossenes StudiumAbgeschlossene Fortbildung (380 Einheiten)3 Jahre Coaching-Erfahrung200
DGSv  – Deutsche Gesellschaft für Supervision und CoachingAbgeschlossenes StudiumAbgeschlossene Weiterbildung (640 Stunden)3 Jahres Berufserfahrung4.600
dvct – Deutscher Verband für Coaching und TrainingAbgeschlossenes Studium oder BerufsausbildungAbgeschlossene Ausbildung (150 Stunden) – Gutachter nimmt an Coaching teil3 Jahre Erfahrung in der Leitung von Gruppen950 (inkl. Trainer)
EASC – European Association for Supervision and CoachingKeine AngabenAbgeschlossene Ausbildung (300 Stunden)Berufserfahrung110
ICF DeutschlandKeine AngabenAbgeschlossene AusbildungAufnahmegespräch200
SG – Systemische GesellschaftAbgeschlossenes StudiumAbgeschlossene AusbildungMehrjährige Berufserfahrung1.000

Insgesamt gibt es in Deutschland 20 Coachingverbände, darunter 9 originäre Verbände und 11 Mischverbände, die auch Berater, Trainer, Mediatoren und Therapeuten zu ihren Mitgliedern zählen. Hinzu kommen weitere europäische Coachingverbände. Die Größe der Verbände variiert ebenfalls stark in Abhängigkeit vom Adressatenkreis der Mitglieder – so gibt es Verbände mit 50 Mitgliedern sowie 2.600 Mitgliedern.

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Einführung einheitlicher Standards

Der Roundtable der Coachingverbände

Bis 2015 hat jeder Verband eigene Standards festgelegt, um die Qualifikation der Mitglieder sicherzustellen. Unternehmen und Privatpersonen, die erstmalig Coaches suchten, standen somit vor einem unübersichtlichen Angebot von mindestens 20 Verbänden mit eigenen Standards.

Im Jahr 2015 haben sich die etablierten Coaching-Verbände zum Interessensverband „Roundtable der Coaching-Verbände“ zusammengeschlossen. Derzeit gehören 14 Verbände dem Roundtable an. Ziel der Initiative ist es, einheitliche Coaching-Standards zu setzen, um professionelles Coaching zu unterstützen und mehr Transparenz zu schaffen.

Im ersten Positionspapier empfiehlt der Roundtable, dass die Grundausbildung eines Coaches mindestens 150 Präsenzstunden umfassen muss. Professionelle Coaches sind einem humanistischen Menschenbild verpflichtet und arbeiten mit etablierten und anerkannten Methoden. Der Nutzen von Coaching besteht vor allem in der Unterstützung der Selbstorganisation und der Entscheidungsfähigkeit des Klienten, der reflektiert und eigenständig mit dem Coach seine Denk- und Handlungskompetenz steigert – insbesondere in Situationen persönlicher, betrieblicher und gesellschaftlicher Veränderung.

Fazit

Steigende Transparenz und Professionalisierung durch die Coachingverbände

Zertifizierte Coaches, die Auswahl- und Überprüfungsverfahren der Verbände bestanden haben, weisen wichtige Qualifikationen für professionelles Coaching auf. Für Kunden & Klienten ist die Zertifizierung des Coaches eine Orientierungshilfe, um professionelle Coaches zu finden.

Auch nicht-zertifizierte Coaches können professionell und erfolgreich mit Klienten zusammenarbeiten. Eine individuelle Prüfung nicht-zertifizierter Coaches anhand der Qualitätskriterien der Verbände ist empfehlenswert.

  • Hat der Coach ein abgeschlossenes Studium?
  • Hat er eine umfassende Coaching-Ausbildung abgeschlossen?
  • Stellt er Referenzen zur Verfügen?
  • Arbeitet er mit den etablierten und überprüften Methoden aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften?

Die zunehmende Kooperation der Verbände sowie die Setzung einheitlicher Standards bei der Coaching-Ausbildung  sind ein wichtiger Schritt zur Schaffung für mehr Transparenz im Coaching-Markt. Diese Tendenz kommt Kunden & Klienten sowie professionellen Coaches und Ausbildern zugute. Weitere Anstrengungen sind zu begrüßen, z.B. durch eine verpflichtende und transparente Prüfung eines zertifizierten Coaches durch Prüfungskomitees, die einheitlichen Standards folgt.