Coaching für Unternehmen neu organisieren

Nachhaltiger Coachingerfolg braucht mehr, als gute Coaches

Bisher wird Coaching in Unternehmen vor allem zur Individualförderung von Führungskräften genutzt. Als Coachinganlass wird in den Coachingkonzepten vieler Unternehmen die Führungskräfteentwicklung genannt, wobei ein Führungs- oder Performancedefizit zur Voraussetzung für die Bewilligung von Coachingmaßnahmen genannt wird. Diese Praxis, eines am Defizit orientierten Einsatzes, hat Coaching den Ruf der „Hilfe zur Selbsthilfe“ eingebracht und das Instrument immer weiter von dem weggeführt, was es ursprünglich mal war und heute sein könnte. Ein professionell geführter, reflektierender Dialog, der darauf ausgerichtet ist, proaktiv bis dato ungenutzte Ressourcen freizusetzen, um herausfordernde Ziele termingerecht realisieren zu können. Auch und vor allem die erfolgskritischen Ziele eines Unternehmens. Wie kann Coaching für Unternehmen erfolgreich organisiert werden?

Coaching für Unternehmen

Coaching zur Unternehmensentwicklung

Der Einsatz von Coaching als Instrument zur Unternehmensentwicklung wird in Unternehmen noch wenig erkannt. Dabei lassen sich Unternehmensentwicklings- und Transformationsprozesse mit Hilfe von Coaching sehr gut befördern. Insbesondere, wenn Unternehmen Coachingprogramme nutzen, die helfen, das Mindset großer Gruppen im Unternehmen auf die Bewältigung ganz neuer Herausforderungen anzupassen.

Die Coachinganforderungen ändern sich

Die Herausforderungen, in denen Unternehmen gerade stehen, als da seien disruptive Parallelwelten; internationale Wettbewerbsfähigkeit im Kerngeschäft; Wachstumsgrenzen bei gleichbleibender Ausschüttungserwartung der Shareholder; fehlende strategische Ausrichtung; Gen-Y-Führungsnachwuchs; Verunsicherung im mittleren Management … lassen sich mit einem intelligenten Einsatz von Coaching für Unternehmen, als Instrument der Unternehmensentwicklung gut meistern.

Wir finden für Sie die besten Coaches & TrainerInnen

Ihr Anliegen ist die Basis, unsere präzise Auswahl sorgt für die perfekte Vermittlung. Wir verbinden Sie sowohl mit einzelnen Experten als auch Agenturen u.a. zu den Themen Führung, Team, Change, digitale Transformation.

 Einen soliden Coachingrahmen bieten

Unabhängig davon, ob Coaching im Unternehmen ausschließlich zur Individualförderung einzelner Führungskräfte angeboten werden soll, oder es als Instrument zur Unternehmensentwicklung offensiv genutzt werden soll, bedarf es eines entsprechenden Rahmens. Jedenfalls dann, wenn auf nachhaltige Wirksamkeit Wert gelegt wird. Will man im Unternehmen aus dem Coachingangebot das herausholen, was als Möglichkeit im Coaching angelegt ist, muss der Coachingrahmen so organisiert sein, dass der mit dem Coachingangebot angestrebte Zweck auch geschöpft werden kann. Es reicht bei weitem nicht aus, ein reines Buchungsprozedere zu entwerfen, ein paar Coaches unter Vertrag zu nehmen, die einem Chemiecheck unterzogen werden und dann die aus dem Unternehmen kommenden Anfragen zu bedienen.

Ein gutes Coaching Konzept ist das A&O

Gut ist ein Coaching Konzept dann, wenn alle Aspekte, die für das Gelingen von Coaching im Unternehmen entscheidend sind, mit Sorgfalt so geformt werden, dass sie dem Coachingzweck zuarbeiten.

Die Rahmen gebenden Komponenten sind:

  1. Schirmherrschaft von ganz oben
  2. Vereinheitlichtes Coachingverständnis
  3. Nachvollziehbarer Coachingleitsatz
  4. Integratives Coachingmodell
  5. Nutzerorientiertes Buchungsprozedere
  6. Coach Pool aufbauen und pflegen
  7. Reklamations- und Evaluationsverfahren

Die 7 Komponenten für erfolgreiches Coaching

1. Schirmherrschaft von ganz oben

Die Unternehmensleitung sollte in Abstimmung mit all denen, die ein begründetes Mitwirkungsinteresse bei der Organisierung eines Coachingangebots haben entscheiden, welchen Zweck der Einsatz von Coaching für das Unternehmen und den potenziellen Coachingnutzer erfüllen und für welche Personengruppe es im Unternehmen angeboten werden soll.

Internes Marketing

Und damit das Coachingangebot ein Image der Hochwertigkeit erhält, sollte die Unternehmensleitung sich immer wieder dazu äußern, welchen Stellenwert sie dem Coaching im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Unternehmensentwicklung beimißt und dass sie es begrüßt, wenn engagierte Führungskräfte und Mitarbeiter von diesem Angebot Gebrauch machen. So kann die Unternehmensleitung, die als Orientierungsgeber für die Führungskräfte im Unternehmen wirkt ohne großen Aufwand dazu beitragen, das Ansehen von Coaching im Unternehmen hochzuhalten. Und gleichzeitig verstärkt sie damit die Anziehungskraft für hochwertige Coaches.

2. Vereinheitlichtes Coachingverständnis

Das Coachingverständnis sollte so ausfallen, dass es die Personengruppe anspricht, für die das Unternehmen Coaching anbieten möchte. Das immer noch weit verbreitete Coachingverständnis: „Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe in besonderen Anforderungssituationen“ impliziert beispielsweise einen Hilfegedanken, der für selbstbewusste Führungskräfte nicht angemessen klingt.
Will man im Unternehmen vor allem Führungskräfte ansprechen, von denen zu erwarten ist, dass sie das Unternehmen in die Zukunft führen werden, und eigeninitiativ nach Lösungen für neue Herausforderungen suchen, bedarf es eines Coachingverständnisses, das an das Selbstverständnis dieser Kräfte anschließt.

Den Coachingnutzer als Kunden einbeziehen

Es läßt sich über Zielgruppeninterviews leicht herausfinden, welches Coachingverständnis die jeweils anzusprechende Personengruppe motivieren würde, von dem Coachingangebot im Sinne des definierten Zwecks Gebrauch zu machen.Die Praxis zeigt, dass viele Führungskräfte sich ihr Coaching am freien Markt organisieren, weil ihnen das Coachingverständnis im Unternehmen nicht zusagt und sie dementsprechend nicht erwarten, im Coachpool des Unternehmens einen für sich geeigneten Anbieter zu finden.

3. Nachvollziehbarer Coachingleitsatz

Ähnlich, wie ein Führungsleitsatz im Unternehmen Orientierung an dem formulierten Ideal bietet, kann ein Coachingleitsatz allen, die mit der Organisation von Coaching betraut sind Orientierung an dem Coachingideal bieten. Wird dieser Leitsatz offensiv ins Unternehmen hinein kommuniziert, schafft man damit gleichzeitig eine Orientierung, wie Coaching im Unternehmen genutzt werden kann. Sowohl auf Seiten der Coachingnutzer, als auch auf Seiten der Coaches, die ihr Angebot auf diesen Leitsatz abstimmen können.

4. Integratives Coachingmodell

Es empfiehlt sich, das formale Coachingmodell, das zur Steuerung von Erwartungen und Ergebnissen genutzt werden kann, in einem partizipativen Prozess mit allen Beteiligten zu entwickeln. So dass alle Interessengruppen Einfluss auf die Ausgestaltung nehmen können. Eine derart integrative Modellentwicklung hat den Vorteil, dass alle berechtigten Interessen eingebunden werden können, nichts vergessen wird und Personen aus ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen mit dem Coachingangebot vertraut sind, weil sie sich frühzeitig damit auseinandergesetzt haben. Auch das gibt dem Coachingangebot eine größere Wertigkeit im Unternehmen, als wenn jeder weiß, dass das Konzept von wenigen Kräften aus dem Personalbereich zwischen vielen anderen Aufgaben, nebenbei am grünen Tisch entwickelt wurde.

5. Nutzerorientiertes Buchungsprozedere

Im Zusammenhang mit dem Buchungsprozedere stellt sich die Frage, wie viel Kontrolle ist nötig und wie viel Vertrauen ist möglich. Coaching verträgt sich nicht mit einer „fürsorglichen Einmischung Dritter“. Die Praxis hat gezeigt, dass ein verantwortlicher Umgang mit dem Coachingangebot in Unternehmen dadurch befördert wird, dass dem Coachingnutzer ein entsprechendes Vertrauen entgegengebracht wird. Vollkommen anonymisierte Coachingschecks in Verbindung mit einem zielgruppenorientierten Zugang zum Coachpool befördern eine wirtschaftlich vernünftige Inanspruchnahme des Angebots mehr, als ein durch die PE freigegebenes Zehnerpaket, das heute vielerorts üblich ist. Außerdem ermöglicht es all denen den Zugang zum Coachingangebot, die sich nicht als Coachingnutzer outen wollen.

6. Einen Coach Pool aufbauen und pflegen

Will man gute Coaches an das Unternehmen binden, empfiehlt sich ein Kontakt auf Augenhöhe. Von Anfang an. Selbstbewusste Coachinganbieter, mit viel Erfahrung nehmen an keinem Auswahlverfahren teil, in dem sie einem Chemiecheck unterzogen werden und ihre Leistung unter Beweis stellen sollen. Sie gehen davon aus, dass sich das anfragende Unternehmen bereits über sie informiert hat und ihre Reputation für sich spricht. Ein Dialog auf Augenhöhe bedeutet im ersten Kontakt mit einem Coach, dass er Einsicht in den vom Unternehmen gebotenen Coachingrahmen erhält und er selbst dem Unternehmen ein Angebot zur Zusammenarbeit aussprechen darf. Kommt es zu einer Zusammenarbeit, sollte die gesamte Administration so ausfallen, dass sie sich in die Praxis des Coaches gut einfügt. Vom Coachingformat, über die Ausgestaltung der Coachingkontakte, bis hin zur Abrechnung sollte er freie Hand haben, die für seine Qualität relevanten Fragen so zu entscheiden, wie er es für passend hält.

7. Reklamations- und Evaluationsverfahren

Zu einem wertigen Coachingrahmen gehört darüber hinaus auch ein niedrigschwelliges Reklamationsverfahren, das so anonymisiert ist, dass niemand Gefahr läuft, sich selbst als nicht Coaching tauglich zu outen, wenn er eine kritische Rückmeldung gibt. Und damit das Unternehmen eine Grundlage zur Anpassung des Angebots hat, sollten die durchgeführten Coachings regelmäßig evaluiert werden. Es gibt mittelweise empfehlenswerte Anbieter, die digitalisierte Coachingevaluation anbieten.

Fazit um Coaching für Unternehmen erfolgreich zu gestalten

Wenn die hier genannten Einzelkomponenten auf den Coachingzeweck abgestimmt sind, ergeben sich ein Coachingmodell und eine Coachinpraxis, die dem Coachingnutzer ebenso dient, wie dem Unternehmen auf seinem Entwicklungsweg.

Autorinnen: Britt A. Wrede & Karin Wiesenthal
Zusammen organisieren sie Coaching in Unternehmen.Von der Entwicklung eines Coachingmodells inklusive Coachingleitsatz, über den Aufbau eines Coachpools, bis hin zur Administration der Coachings, bietet Coachguide alles aus einer Hand