Entwicklungen im Coachingmarkt

Wachsende Nachfrage

Bei Google ergibt die Suche nach „Business Coach“ 55 Millionen Ergebnisse. Das zeigt, wie groß die Nachfrage nach Coaching ist. Diese Entwicklung gilt sowohl für die geschäftliche als auch die private Nachfrage nach Coaching.

Coachingmarkt

Für diesen Trend gibt es mehrere Gründe:

  • Erstens hat sich Coaching bei Unternehmen und Privatpersonen als wirkungsvolle Unterstützung für berufliche und persönliche Anliegen etabliert. Dies liegt vor allem an den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die eine erhöhte Flexibilität, Agilität und Vernetzung erfordern. Die sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter spielen eine immer größere Rolle. Durch professionelles Coaching kann die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter gestärkt, der Denk- und Handlungsspielraum erweitert sowie die Teamfähigkeit nachweislich verbessert werden. Große Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern seit längerer Zeit Coaching und Training an. Inzwischen setzen auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie öffentliche Behörden verstärkt auf Coaching- und Trainingsangebote.
  • Zweitens fragen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter mittlerer Hierarchieebenen nach persönlichen und fachlichen Weiterbildungsmöglichkeiten. Unter den Personalentwicklungsmaßnahmen ist Coaching die populärste Form. Besonders junge Führungskräfte sind an Coachingangeboten interessiert.
  • Drittens trägt die mediale Berichterstattung über das differenzierte Angebot im Coaching zum gesteigerten Interesse bei.
  • Viertens wächst mit der steigenden Nachfrage das Angebot an Coaching. Das hat zur Folge, dass für annähernd jedes Anliegen ein passendes Angebot zu finden ist.

Weltweiter Business Coachingmarkt

Steigende Anzahl von Coaching-Angeboten

Weltweit bieten 53.000 Business-Coaches ihre Dienstleistungen an. Seit 2012 ist ihre Anzahl um fast 12% gestiegen. Jährlich werden im Business-Coaching 2 Milliarden Euro umgesetzt. In Westeuropa ist die größte Anzahl an Coaches tätig (19.000 Coaches), dicht gefolgt von Nordamerika (17.500). Es gibt 75.000 Führungskräfte, die in Ihrer Arbeit regelmäßig auf Coaching-Instrumente und Methoden zurückgreifen. Die Daten sind der „2016 Global Coaching Study“ des globalen Coaching-Verbandes ICF entnommen.

Marktvolumen in Deutschland

Wachstum im zweistelligen Bereich

In Deutschland wächst die Nachfrage nach Business-Coaching jährlich im zweistelligen Bereich und hat derzeit ein Marktvolumen von 350 bis 450 Mio. Euro. Die Zahlen sind der 3. Marburger Coaching-Studie aus dem Jahr 2013 entnommen.

In Deutschland arbeiten rund 8.000 professionelle und erfahrene Coaches. Jeder Coach hat im Durchschnitt 21 Aufträge im Jahr (à 11 Stunden) mit einem durchschnittlichen Wert von 2.400 Euro pro Auftrag.

Das ergibt ein Marktvolumen von 400 Mio. Euro ohne Berücksichtigung der Umsätze aus Aus- und Weiterbildungen.

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Kosten und Preise

Stabile Preisentwicklung

Der Stundensatz eines Coaches hängt vom Kontext des Coachings ab. Nach den Ergebnissen verschiedener Studien kostet eine einstündige Coachingsitzung im Business-Kontext, die vom Unternehmen bezahlt wird, im Mittel 215 Euro. Die Preise sind seit 2012 inflationsbereinigt stabil. Dies geht aus den Ergebnissen der 14. Coaching-Umfrage 2015/2016 (BCO), der Weiterbildungsszene Deutschland 2016 (Jürgen Graf) sowie der Marburger Coaching-Studie hervor.

Kritik

Mehr Transparenz und einheitliche Qualitätsprüfung

Gerade professionelle Coaches sowie Coach-Verbände stehen vor dem Problem, sich von unprofessionellen Angeboten abzugrenzen. Bedingt durch die erhöhte Nachfrage bieten nicht-ausgebildete Personen Coaching an.

Auf dem Markt sind umprofessionelle Angebote zu finden – was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass die Berufsbezeichnung „Coach“ nicht geschützt ist. 

Professionelle Coaches erklären ihre Seriosität und Qualifizierung, um sich von unprofessionellen Angeboten abzugrenzen. Auf dem mitunter intransparenten Coaching-Markt ist die Suche nach einem professionellen Coach zeitintensiv und aufwendig. Dies ist insbesondere für Unternehmen, die hohe Qualitätsstandards einfordern, eine Herausforderung.

Markttendenz

Stärkere Qualitätssicherung der Unternehmen und Verbandskooperationen

Durch mediale Berichte sowie die wirksame Öffentlichkeitsarbeit professioneller Coaches und Verbände sind Unternehmen zunehmend für dieses Problem sensibilisiert.

Unternehmen setzen vermehrt auf Qualitätsprüfungen wie die Festlegung von Ausbildungs- und Berufsstandards sowie verpflichtende Vorstellungsgespräche vor der Beauftragung der Coaches. Dieser Prozess ist für die Unternehmen personal- und zeitintensiv.

Es gibt 10 Coaching-Verbände im deutschsprachigen Raum, die für Zertifizierungen und Ausbildungen der Coaches Standards festlegen und sich für professionelles Coaching einsetzen.. Im Jahr 2015 haben sich diese Verbände zu einem Interessensverband „Roundtable der Coaching-Verbände“ zusammengeschlossen, um gemeinsame Standards beim Coaching zu gewährleisten. Im Roundtable sind u.a. die größten Verbände wie der BDVT, DBVC, DCV, DGfC, dvct, EASC sowie der ICF vertreten.

Coachingmarkt

Fazit

Der Coachingmarkt wächst. Dieser Trend ist sowohl in Deutschland als auch weltweit festzustellen. Die Wachstumsraten liegen im zweistelligen Bereich. Durch die steigende Relevanz von Coaching wird von den Interessenvertretern des professionellen Coachings – Coaches, Verbände, Unternehmen, Öffentlichkeit – erfolgreich eine stärkere Qualitätssicherung etabliert.

Auch die zunehmende mediale Berichterstattung sowie die Durchführung von Qualitätstests durch Verbraucherorganisationen wie der Stiftung Warentest verbessern die Transparenz auf dem Coaching-Markt.

Datenbanken und Plattformen mit strenger Qualitätsprüfung unterstützen Unternehmen und Privatpersonen bei der Suche und Beauftragung passender Coaches.

Ein zentraler Meilenstein zur Verbesserung der Transparenz auf dem Coaching-Markt ist ein Schutz der Berufsbezeichnung Coach. Vorbild können bestehende gesetzliche Bestimmungen für verwandte Berufsgruppen wie das Psychotherapeutengesetz und das Heilpraktikergesetz sein. Vorstellbar ist, dass nur Personen mit einer Ausbildung nach einheitlichen Qualitätsstandards und einer bestandenen Abschlussprüfung als Coach arbeiten dürfen.